Ende der Diskriminierung bei der Blutspende?

Für reichlich Wirbel sorgte kürzlich die Lockerung des Blutspendeverbotes für homosexuelle Männer durch die Bundesärztekammer. Nachdem MSM (Männer, die Sex mit Männern haben) bisher komplett von der Blutspende ausgeschlossen wurden, so gilt nun eine Karrenzzeit von einem Jahr, in dem der potentielle Spender kein Sex haben darf.
Für mich stellt sich dabei weiterhin die Frage: Wer überprüft das? Und ist das überhaupt zweckmäßig? Bereits bei der vorhergehenden Regelung gab es durchaus nicht wenige Menschen, die ihre Sexualität verheimlicht haben und trotzdem Blut spendeten. Falsche Angaben zum letzten Geschlechtsverkehr sind da noch schwieriger nachzuprüfen. Prinzipiell geht es dabei ja auch nur um die möglichen Risiken der Übertragung von Geschlechtskrankheiten, welche sich aber wie z.B. bei HIV nach 6-8 Wochen nachweisen lassen. Meiner Meinung nach ist ein Zeitraum von einem Jahr ohne Sex dadurch wieder nur ein neuer Akt der Diskriminierung von Homo- und Bisexuellen Männern.

Aus dem Grundsatzprogramm der Piraten Sachsen:

Gleichbehandlung aller Menschen bei der Blutspende

Die Piratenpartei Sachsen regt eine grundsätzliche Zulassung aller Menschen zur Blutspende an. Hierzu zählen wir insbesondere bislang ausgegrenzte Gruppen wie MSM (Männer, die Sex mit Männern haben), weibliche und männliche Sexarbeiter sowie Drogenkonsumenten, die Drogen intravenös (I.v.) anwenden oder schnupfen. Unzweifelhaft gilt: Die Qualität von Blutprodukten muss gewährleistet bleiben und rechtfertigt weiterhin den begründeten Ausschluss von einzelnen Menschen von der Blutspende. Sie dürfen, bei Risikoverhalten, zum Schutz anderer Menschen, von der Blutspende ausgeschlossen werden. Hierfür ausschlaggebend soll jedoch das individuell tatsächlich vorliegende Risikoverhalten und nicht ein hergeleitetes Gruppenverhalten sein.

Für die sächsischen Piraten gilt, das die Blutspenderauswahlkriterien risikobezogen, unabhängig von der sexuelle Orientierung und anderen, die persönlichen Lebensumstände betreffenden Faktoren, gefasst werden müssen. Die für die Ausgestaltung der Blutspende-Richtlinien. Zuständigen, die Bundesärztekammer in Zusammenarbeit mit dem Paul-Ehrlich-Institut, werden deshalb von der Piratenpartei aufgefordert zu prüfen, wie die Gleichbehandlung aller Menschen bei der Blutspende zu gewährleisten ist.

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